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Der letzte Vertreter dieses Grafengeschlechts, Bernhard II., kam 1147 im zweiten Kreuzzug um. Um das Erbe der Plötzkauer entbrannte ein erbitterter Streit zwischen Markgraf Albrecht dem Bären und dem Sachsenherzog Heinrich dem Löwen, den der Markgraf für sich entscheiden konnte. Später kam Plötzkau unter die Lehnsherrschaft des Stiftes Gernrode, die bis 1436 andauerte. Von da an befand sich die romanische Burganlage im Besitz der Linie Anhalt-Bernburg. In der Mitte des 16. Jahrhunderts war ihr baulicher Zustand so schlecht, dass auf ihrem Grundbestand zwischen 1566 und 1573 das heute noch weitgehend erhaltene Renaissanceschloss errichtet wurde. Der mittelalterliche Bergfried erhielt dabei seine charakteristische Haube mit den vier Ziergiebeln, die das Bild des Schlosses weithin über die Saaleaue prägt. Das 17. Jahrhundert brachte Plötzkau neben einigen barocken Umbauten auch eine skurrile Episode feudaler Kleinstaaterei. Als Fürst Christian I. Das 17. Jahrhundert brachte Plötzkau neben einigen barocken Umbauten auch eine skurrile Episode feudaler Kleinstaaterei. Als Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg 1611 das Amt Plötzkau für 100.000 Taler an seinen Bruder August verkaufte, errichtete dieser dort das souveräne reichsunmittelbare Fürstentum Anhalt-Plötzkau mit 40 Quadratkilometern Fläche, 2.000 Untertanen und einer aus 20 Kriegsknechten bestehenden Armee. Der Zwergstaat sollte nicht lange bestehen: Mit dem Tod des Souveräns 1665 erlosch er nach nur 54 Jahren. Im 18. Jahrhundert endet die Funktion des Schlosses als repräsentative Fürstenresidenz; es folgen Nutzungen als Lackwarenfabrik, Besserungsanstalt, Domänenverwaltung und Unterkunft für Flüchtlingsfamilien nach 1945. Im Jahre 1996 geht die Anlage in das Eigentum der Stiftung Dome und Schlösser des Landes Sachsen-Anhalt über.
Mit dem Schloss übernahm die Stiftung auch die schwere Bürde eines gewaltigen Reparaturstaus. Zwar hatte man nach dem Einsturz eines Zwerchgiebels bereits in den Jahren 1865 bis 1870 alle 21 Giebel grundhaft saniert oder erneuert, doch war durch langanhaltende Vernachlässigung der Zustand der Gebäude schon in den 1980er Jahren so schlecht, dass der Physiklehrer Günter Bartel aus Plötzkau erste bescheidene Sicherungsmaßnahmen initiierte und leitete. So durfte allein unser Unternehmen in 6 Bauabschnitten folgende Leistungen ausführen:
Turm ab letzter Deckenebene: Spezialgerüstbau Zimmererarbeiten Dachdecker- und Klempnerarbeiten Maurer- und Putzarbeiten Steinmetzarbeiten saaleseitiger Schlosskomplex: Zimmererarbeiten Dachdecker- und Klempnerarbeiten Maurer- und Putzarbeiten Steinmetzarbeiten
Bei der Bearbeitung der hochgelegenen Turmhaube war das – noch immer von uns exklusiv eingesetzte – Konsolgerüst am umlaufenden Stahlseil eine kostensparende Zugangstechnik (deren Anwendungsmöglichkeiten unser Firmenkalender schon auf den Blättern 3/96, 8/03, 1/06 und 3/07 thematisiert hat). Die Biberschwanzdoppeldeckung des Turmes erwies sich als farblich gemischte Deckung mit vier eingebundenen Ziegelkehlen recht anspruchsvoll; auf die darunter liegenden Dachflächen wurde eine Biberschwanzeinfachdeckung mit Holzspließen aufgebracht, welche eine Lagesicherung mittels korrosionsfester Klammern erhielten. Auch hier sind die Kehlen Ziegelkehlen, die als sogenannte untergelegte Schnittkehlen unter die Einfachdeckung der Flächen laufen. Die umseitige Ansicht des Schlosses Plötzkau wurde – wie auch zwei weitere Bilder des Kalenders – von unserem ferngesteuerten Fotohelikopter aufgenommen, der durch eine Zweitaktkolbenmotor- angetrieben wird (Bild 1). Mit dieser Technik konnten wir in den zurückliegenden zehn Jahren zahlreiche Aufgaben der bodennahen Luftbildfotografie lösen, die durch folgende Spezifika gekennzeichnet ist:
• Die Gewinnung von Bildinformationen soll aus einer Höhe bis ca. 100 m über Grund nicht großflächig, sondern eher lokalisiert erfolgen. • Es sind nicht nur orthogonale Aufnahmen, sondern Bilder unter einem kleineren Winkel gegen die Horizontale gewünscht – z. B. um die Geometrie eines Objektes zu verdeutlichen. • Um das Objekt räumlich zu erfassen oder zu vermessen, soll die Perspektive der Aufnahme frei wählbar sein. • Bildinformationen von hoher Auflösung sollen kostengünstig gewonnen werden.
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