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Weimar verleiht Wirtschaftspreis

Thüringer Allgemeine, 24.04.2007 Die Bennert Gruppe

Zwei Weimarer und zwei Unternehmen aus dem Weimarer Land sind gestern Abend bei einem Festakt in der Weimarhalle mit dem Weimarer Wirtschaftspreis ausgezeichnet worden. Stadt, Kreis und ihre Partner vergaben die Preise erstmals in vier Kategorien.

WEIMAR. Ein Preis aus der Region für die Region. Noch nie ist der Weimarer Wirtschaftspreis durch Preisträger und Stifter seinem Anliegen so gut gerecht geworden wie in der dritten Auflage. Bei einem Festakt in der Weimarhalle ging der Preis für "Erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit" an die Saller Unternehmensgruppe aus Weimar. Der Preis wurde gestiftet von der Sparkasse Mittelthüringen und der VR Bank Weimar eG. Die Laudatio hielt Oberbürgermeister Stefan Wolf, der vor allem Leistung und Mut von Angelika und Josef Saller bei der Investition in das Weimar Atrium, aber auch in Objekte wie die Neue Mitte Jena oder den Intershop Turm würdigte.

Mit dem erstmals von der Wirtschaftsförder-Vereinigung Apolda vergebenen Preis für "Innovative Produkte und Technologien" wurde die Bennert Unternehmensgruppe aus Hopfgarten geehrt. Die Denkmalsanierer aus Weimar und dem Weimarer Land ersinnen immer wieder neue technische Lösungen und haben sich über Deutschland hinaus einen Namen gemacht, betonte Laudator Dieter Bauhaus, der Vorstandschef der Sparkasse.

Der Preis für "Kommunales Engagement" ging an die Vereinsbrauerei Apolda. Er wurde durch die Stadt Weimar ausgelobt. Die Laudatio für die Apoldaer hielt derweil Landrat Hans-Helmut Münchberg (pl). Der Erfolg für "Das Bier von hier", zitierte er einen Werbespruch der Apoldaer, habe es bewirkt, dass Menschen in den schwierigen Nach-Wende-Jahren den Glauben an sich selbst und ihre Fähigkeiten behalten konnten. Das Unternehmen unterstütze Vereine und Kommunen über Apolda hinaus verlässlich und in erheblicher Größenordnung.

Der Preis der Wirtschaftsfördervereinigung Weimar für erfolgreiche "Existenzgründung" ging an die Weimarer Kaffeerösterei am Herderplatz und seine Inhaberin Sabine Zotzmann. Sie widme sich mit Hingabe und Energie ihrem Unternehmen, habe damit mutig den Schritt aus der Arbeitslosigkeit gewagt und zielstrebig ihren Traum in neuem Metier verwirklicht, schwärmte Albert Fernkorn, der Vorsitzende der Wirtschaftsfördervereinigung in seiner Laudatio. Und das Publikum unterstrich das mit Beifall.

Der Festvortrag von Prof. Dr. Claus Hipp, Gründer und Chef des gleichnamigen Baby-Nahrungsherstellers, gab dem Festakt auch nationalen Glanz. Hipp unterstrich die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmern und Unternehmen. "In einer Zeit, in der gesellschaftliche Veränderungen unter dem Schlagwort ,Werteverfall´ diskutiert werden, sehen wir uns als Unternehmen, das bewusst in christlicher Tradition steht, verpflichtet, uns mit dem Thema Unternehmensethik auseinanderzusetzen", bekannte er und ermutigte, der Jugend zu vertrauen.

Die Wirtschaftspreis-Jury, zu der neben Vertretern der Preisstifter, der Industrie- und Handelskammer und der Kreishandwerkerschaft auch die Thüringer Allgemeine gehörte, hatte zur Entscheidung 26 Vorschläge vorliegen. Sie waren nahezu in gleichem Maße aus Weimar und aus dem Weimarer Land bei der Weimar GmbH als Ausrichter des Abends eingegangen.
Der Weimarer Wirtschaftspreis wird seit 2003 alle zwei Jahre vergeben. Im kommenden preisfreien Jahr liegt der Schwerpunkt von Stadt und Kreis wieder auf der Kreismesse in Apolda. Die Industrie- und Handelskammer und die Kreishandwerkerschaft nutzten die Preisverleihung, um beispielgebende Unternehmen als "Hervorragender Ausbildungsbetrieb" auszuzeichnen.
Durch den Abend führte erneut Willi Wild als Moderator. Mit Leonor Pineyro und Katja Wittmann, Marina Goshkieva und Yukiko Sano sowie Maren Keßler und Band sorgten Studenten der Musikhochschule für die Umrahmung.

Von Michael Baar


[Thüringer Allgemeine, 24.04.2007]