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Die etwa drei Kilometer von Ermsleben entfernte Konradsburg gehört zu den bedeutend- sten Zeugnissen der Spätromanik in Mitteldeutschland. Um 1200 errichteten hier Benedik-tinermönche eine fünfschiffige Basilika, von der heute leider nur noch der Chor und die Krypta erhalten sind. Nach der Erstürmung 1525 im Bauernkrieg war das Kloster nicht mehr zu halten, so dass das eigentliche Kirchenschiff um 1540 abgebrochen wurde. Aber auch die Reste des monumentalen Sakralbaus sind heute noch beeindruckend, vor allem die Krypta mit ihren zehn Säulen, von denen jede ein anderes Kapitell trägt. Zu DDR-Zeiten wurde sie als Schweinestall genutzt – diese Barbarei hätte fast das Ende des Bau-werks zur Folge gehabt, denn in den Säulen stiegen konzentrierte Nitratlösungen auf, die den Sandstein immer weiter entfestigten. Weil sich schon Risse in den Säulen zeigten, veranlasste die Stiftung Schlösser und Dome in Sachsen-Anhalt neben anderen Sicherungsmaßnahmen für Chor und Krypta auch eine Ent- salzung der Säulen im Kompressenverfahren. Damit war jedoch dem Nach- schub der Salz- lösungen aus dem Untergrund der Weg nach oben noch nicht versperrt, und es waren weitere Schädigungen zu befürchten. Eigentlich mit anderen Arbeiten an der Krypta befasst, schlugen wir der Stiftung vor, die Säulenbasen zu unterschneiden und mit Walzblei dauer- haft gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu sperren. Bei diesen Arbeiten sollten aus Kosten- gründen keine Abfangungen der von oben aus dem Chorraum in die Säulen eingetragenen Lasten erfolgen, obwohl diese mit bis zu 190t erheblich waren. Ein weiteres Problem war die Tatsache, dass die romanischen Steinmetzen vor 800 Jahren den Sandstein von vier Säulen nicht lagegerecht eingebaut hatten – seine Spaltflächen standen senkrecht und konnten sich durch die mit dem Unterschneiden verbundenen Änderungen des Kraftflusses öffnen. Technologisch mussten damit folgende Probleme gelöst werden:
1. Die Breite eines einzelnen Teilschnittes mit der Diamantseilsäge war nur so groß zu wählen, dass der Restquerschnitt die Säule noch trug. 2. Beim Verfüllen des Sägeschnitts mit einem frühhochfesten Stopfmörtel musste ein Frei-raum für das erneute Einfädeln des Diamantseiles abgetrennt werden. 3. Der nächste Teilschnitt mit der Säge durfte erst erfolgen, wenn der Stopfmörtel eine aus- reichende Druckfestigkeit erreicht hatte. 4. Die Säulen waren zuverlässig gegen Aufspaltung während des geänderten Kraftflusses zu sichern.
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